{"id":14,"date":"2017-09-20T15:48:27","date_gmt":"2017-09-20T15:48:27","guid":{"rendered":"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/?page_id=14"},"modified":"2019-12-12T13:08:33","modified_gmt":"2019-12-12T13:08:33","slug":"zen-kunst","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zen-kunst.com\/?page_id=14","title":{"rendered":"Wie die Kunst entsteht"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n<h2>Gro\u00dfe Transformation<br \/>Mysteri\u00f6se, taoistische und lustige Entstehungsgeschichte<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gro\u00dfe-Transformation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-519 alignleft\" src=\"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gro\u00dfe-Transformation.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gro\u00dfe-Transformation.jpg 768w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gro\u00dfe-Transformation-225x300.jpg 225w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gro\u00dfe-Transformation-678x904.jpg 678w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor knapp zwei Jahrzehnten besuchte ich einen Freund, bei dem ich auch \u00fcbernachten konnte. Er ist ein leibhaftiger Taoist, auch wenn er sich nie so bezeichnen w\u00fcrde. Er bereiste, als es noch keinen Massentourismus gab, die asiatische Welt, und seine Wohnung sah aus wie ein kleines v\u00f6lkerkundliches Museum.<br \/>Eines Morgens sa\u00dfen wir gemeinsam an seinem Fr\u00fchst\u00fcckstisch und erfreuten uns an Kaffee und etwas zu bei\u00dfen. Da sah ich sein Fr\u00fchst\u00fccksbrett und \u00e4u\u00dferte mein Wohlgefallen. \u201eWenn du das einmal aussortierst, dann denk bitte an mich, das h\u00e4tte ich gern\u201c, sagte ich ihm. \u201eWas willst du denn damit?\u201c fragte er zur\u00fcck. Ich wusste keine Antwort.<br \/>Eine gef\u00fchlte Ewigkeit sp\u00e4ter, vielleicht 18 oder 20 Jahre, kam er eines Tages an und gab mir sein Fr\u00fchst\u00fccksbrettchen. \u201eHier, das wolltest du doch haben.\u201c<br \/>Es war arg ramponiert, hatte massiv Risse, war verbogen, teils gebrochen und sah reichlich verbraucht und gealtert aus. Es hatte ausgedient und Jahrzehnte gute Dienste geleistet. Ich wei\u00df nicht, wie viele Tomaten, Zwiebeln, Schinken und Speck, K\u00e4se und Brot und Br\u00f6tchen mit scharfem Messer auf dem Brettchen in mundgerechte St\u00fccke zerkleinert wurden \u2026<br \/>Nun besa\u00df ich es, nahm es in meine Werkstatt und hatte, wie so h\u00e4ufig, keine Ahnung, was ich damit anstellen sollte. So lag es erstmal einige Monate einfach nur rum.<br \/>Irgendwann nahm ich es in die Hand und dachte: \u201eEinst hast du mir so gefallen und nun wei\u00df ich gar nicht, was ich mit dir anstellen soll. Naja, ich fang jetzt erst mal an, dich abzuschleifen. Huch, was ist denn das? Ich habe das Gef\u00fchl, alle jahrzehntelang gesammelten Ger\u00fcche kommen durch das Abschleifen wieder aus dem Holz hervor.&#8220; In meiner Werkstatt roch es nach Apfel, Gurke und Salami und K\u00e4se \u2013 Fr\u00fchst\u00fcck eben.<br \/>Als ich mit meiner Oberfl\u00e4chenschleiferei fertig war, begann ich, die maroden Stellen entweder zu entfernen oder auszubessern. Und als ich nach ein paar Stunden fertig war, hatte ich ein ganz lebendiges St\u00fcck Holz vor mir liegen. Wundersch\u00f6n.<br \/>Alles Weitere geschah wie von selbst, und das Kunstwerk entstand. Ich bin h\u00e4ufig selbst ergriffen, was dabei herauskommt und staune nicht schlecht \u2026<br \/>Aber das ist noch nicht die ganze Geschichte! Wie es so h\u00e4ufig mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kunstwerken ist, hatte es schnell einen Liebhaber gefunden und reiste weiter \u2026<br \/>Das ehemalige Fr\u00fchst\u00fccksbrettchen zog in eine ganz andere Gegend viele Kilometer entfernt, in ein Haus recht einsam gelegen an einem angrenzenden Wald.<br \/>Wieder vergingen Monate, bis die neuen Besitzer mir verk\u00fcndeten: &#8222;Wei\u00dft du, wer jetzt unser neuer Nachbar ist? Ist das nicht derjenige, von dem du einst das Fr\u00fchst\u00fccksbrettchen geerbt hast?\u201c Unglaublich &#8211; eine einsame Gegend, wenige H\u00e4user, zig Kilometer entfernt, und mein Freund zieht genau in das Nachbarhaus der neuen Fr\u00fchst\u00fccksbrettchenliebhaber. Ich sagte: &#8222;Wenn ihr euch nachbarschaftlich angefreundet habt, dann zeigt ihm doch mal das Fr\u00fchst\u00fccksbrettchenkunstwerk &#8211; mal sehen, ob er es wiedererkennt.\u201c Und der Tag kam, und mein Freund erkannte es auf Anhieb. \u201eAch, da bist du ja.\u201c Seltsam f\u00fcrwahr, wie die Dinge doch geschehen \u2026<\/p>\n<h2>\u00a0<\/h2>\n<h2>Kreuz-Mensch<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kreuz-Mensch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-646 alignnone\" src=\"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kreuz-Mensch.jpg\" alt=\"\" width=\"498\" height=\"664\" srcset=\"https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kreuz-Mensch.jpg 900w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kreuz-Mensch-225x300.jpg 225w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kreuz-Mensch-768x1024.jpg 768w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Kreuz-Mensch-678x904.jpg 678w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor einiger Zeit starb mein Schwiegervater, und einige Monate darauf ist mein Vater gestorben.<br \/>In dieser Phase versp\u00fcrte ich den Drang, Kreuze zu malen bzw. zu machen. Aber keine \u201eLeidenskreuze\u201c oder Marterinstrumente, sondern sie sollten eher den Aspekt der Auferstehung, der Unsterblichkeit oder &#8211; banaler &#8211; des ewigen Wandels symbolisieren. Aus diesem Grundgedanken heraus entstand auch der Kreuz-Mensch. Ist es ein Mensch? Ist es ein Kreuz? Ist es ein Baum mit Fr\u00fcchten? Alles zusammen oder nichts von alledem. Wie so h\u00e4ufig, wei\u00df ich nicht, was mich da so geritten hat, aber allein der k\u00fcnstlerische Prozess war schon eine Transformation f\u00fcr sich. Danke an die Toten, danke an die Lebenden \u2013 wir sind eins.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h2>Blumenmeer<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1011 size-large\" src=\"http:\/\/kunst.zen-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer-1024x875.jpg\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer-1024x875.jpg 1024w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer-300x256.jpg 300w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer-768x656.jpg 768w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer-904x772.jpg 904w, https:\/\/zen-kunst.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blumenmeer.jpg 1405w\" sizes=\"auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><\/a>Meine Frau hatte die Nase voll. Wir tranken aus Holzbechern, a\u00dfen aus Holztellern mit Holzl\u00f6ffeln und unsere frischen Salate kamen in einer gro\u00dfen Holzschale auf den Tisch. &#8222;Jetzt reicht&#8217;s! Ich will das Holzzeug nicht mehr in der K\u00fcche sehen, sondern wie jeder normale Mensch aus Glastassen und von Porzellantellern essen.\u201c<br \/>Und p\u00f6tzlich hatte ich viel Holzzeug aus meiner K\u00fcche in meiner Werkstatt. Ich schnitt mit meiner Kreiss\u00e4ge erst einmal ein paar l\u00e4ngliche Stifte, dann schnitt ich mit meiner Stichs\u00e4ge einige Halbkreise. Damit begann ich auf einer Holzplatte zu experimentieren. Ich hatte nicht im Sinn, etwas Florales oder Maritimes zu werken. Aber wie es so h\u00e4ufig ist, f\u00fcgen sich die Dinge wie von Zauberhand. So entstand Blumenmeer ganz spielerisch, wie von selbst.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe TransformationMysteri\u00f6se, taoistische und lustige Entstehungsgeschichte Vor knapp zwei Jahrzehnten besuchte ich einen Freund, bei dem ich auch \u00fcbernachten konnte. Er ist ein leibhaftiger Taoist, auch wenn er sich nie so bezeichnen w\u00fcrde. 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